Aktuelles zu Tierseuchen

Erste Fälle von Geflügelpest in privaten Hausgeflügelbeständen in Brandenburg (04.11.2021)

Bereits seit Mitte Oktober 2021 werden in Deutschland wieder vermehrt Funde mit Geflügelpestvirus-infizierten Wildvögeln gemeldet. Betroffen sind die Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. Ebenso kam es zu ersten Einträgen beim Hausgeflügel und in Tierparks. Auch Brandenburg ist bereits wieder betroffen. Schon Ende Oktober kam es zu einem ersten Eintrag des Virus der Geflügelpest in eine private Haltung, ein zweiter Fall folgte kurz darauf.

Das Risiko der Ausbreitung des Geflügelpestvirus HPAI - H5 bei Wildvögeln sowie die Übertragung auf Hausgeflügel und gehaltene Vögel in Deutschland wird vom FLI (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Insel Riems) als hoch eingestuft. Das Virus war über den gesamten Sommer bei Wasser- und Greifvögeln präsent und insbesondere in den nordeuropäischen Ländern nachweisbar.

Der letzte Geflügelpestzug - von Oktober 2020 und April 2021 - wird als der bisher schwerste Seuchenzug Deutschlands und Europas bezeichnet. Daher sind alle Geflügelhalter wieder dringend aufgefordert, Ihre Biosicherheitsmaßnahmen intensiv unter die Lupe zu nehmen und ggf. anzupassen, um einen Eintrag des Virus in ihren Bestand zu verhindern.

Wenn in einem Bestand Geflügelpest amtlich festgestellt worden ist, kann der betroffene Tierhalter eine Entschädigung für den Verlust infolge der amtlich angeordneten Tötung seiner Tiere erhalten. Entschädigt wird der gemeine Wert der Tiere, den der Amtstierarzt/die Amtstierärztin und ggf. weitere externe Gutachter schätzen. Erstattet werden auch die anfallenden Kosten für die Tötung und Entsorgung der Tiere. Bei schuldhaften Verstößen, die im Zusammenhang mit dem Entschädigungsfall stehen und gegen das Tiergesundheitsgesetz sowie weiterer unmittelbar geltender Gesetze und Verordnungen gerichtet sind, entfällt der Anspruch auf Entschädigung bzw. kann erhebliche Kürzungen der Entschädigungszahlungen zur Folge haben. (weitere Informationen dazu unter Leistungen/Entschädigungen)

Weitere Informationen zur aktuellen Lage der Geflügelpest und zu einzuhaltenden Biosicherheitsmaßnahmen können unter den nachfolgenden Links aufgerufen werden. Die von der Universität Vechta in Zusammenarbeit mit dem FLI zur Verfügung gestellte Risikoampel sollte jeder Geflügelhalter dringend nutzen, um seinen Betrieb auf ein mögliches Eintragsrisiko des Virus zu überprüfen, kostenfrei und anonym.

FLI: Aktuelles - Aviäre Influenza / Geflügelpest
FLI: Merkblatt - Nutzgeflügel schützen
MSGIV Brandenburg: Empfehlungen für Kleinbetriebe und Hobbyhaltungen
Risikoampel zur Geflügelpest

Afrikanische Schweinepest in Brandenburg (16.10.2020)

Der erste Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest beim Schwarzwild in Deutschland wurde am 10. September 2020 amtlich vom Landkreis Spree-Neiße festgestellt. Weitere positive Fälle traten seitdem auch in den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland auf.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Viruserkrankung, die nur Wild- und Hausschweine betrifft. Für infizierte Tiere verläuft die ASP meist tödlich. Die menschliche Gesundheit ist durch diese Seuche nicht gefährdet. Weder durch den Verzehr von Schweinefleisch noch über direkten Tierkontakt ist das Virus auf den Menschen übertragbar.

Jedoch kann das ASP-Virus in rohen oder geräucherten Fleischprodukten monatelang überleben, in Gefrierfleisch auch mehrere Jahre. Dies birgt eine hohe Gefährdungspotenz für die Verschleppung und Verbreitung der Krankheit.

Einen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es nicht.

Alle Schweinehalter sind daher dringend gefordert, Ihre Haltungen und ihre Handlungen darauf zu prüfen, wie gut sie das Eindringen von Afrikanischer Schweinepest abwehren.

Nehmen Sie sich eine Stunde für die „ASP-Risikoampel“!

Diese „ASP-Risikoampel“ von der Universität Vechta, die gemeinsam mit dem Friedrich Loeffler-Institut (FLI) und einem bundesweit aufgestellten Expertenpanel aus tierärztlicher und landwirtschaftlicher Praxis, Behörden, Wirtschaft und Wissenschaftlern erarbeitet wurde, gibt Ihnen Hilfestellung bei Ihrer Überprüfung. Unter www.risikoampel.uni-vechta.de wird jedem Betrieb die Möglichkeit gegeben, den eigenen Betrieb auf Schwachstellen hin überprüfen zu lassen – kostenfrei und anonym.

So geht's:

  1. www.risikoampel.uni-vechta.de aufrufen
  2. Beantworten Sie ca. 100 Fragen zu Arbeitsabläufen und zu Vorkehrungen für die Biosicherheit in Ihrem Betrieb (Aufwand: ca. 1 Stunde)
  3. Sie erhalten direkt ein Ergebnis:
  4. Das Ergebnis können Sie abspeichern und ausdrucken

Damit erhalten Sie eine praktische Handlungsanweisung für das Abstellen ihrer Risiken. Die zügige Umsetzung dieser Anweisungen liegt dann bei jedem Schweinehalter selbst. Ziel muss es sein, erkannte Risiken zeitnah abzustellen.

(Informationen zu Entschädigungen bei Ausbruch im Hausschweinebestand unter Leistungen/Entschädigungen)

Weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest

  1. Schweinehaltungshygieneverordnung einhalten – Voraussetzung für die Zahlung von Entschädigungen und Beihilfen der TSK
  1. Information für Arbeitgeber zur Vorbeuge - Merkblätter für Beschäftigte

Informationen zur Blauzungenkrankheit (11.07.2019)

Informationen zur Bekämpfung der Paratuberkulose in Rinderbeständen des Landes Brandenburg (09.05.2017)

Informationen zur Aufrechterhaltung des Status "BHV1-freie Region Land Brandenburg" (10.10.2016)